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Die größte Stadt und das Regierungszentrum der chernarussischen Nordprovinz ist Chernogorsk. Das einstige kleine Fischerdorf entwickelte sich dank der intensiven Industrialisierung der Chernarussischen Autonomen Republik, die in den 50er Jahren des vorhergehenden Jahrhunderts begann, rasch zu einer Stadt. Chernogorsk war schon immer eine Hafenstadt, die einst mit nördlichen Handelsstraßen verbunden war und heute ein Umschlagplatz für Rohstoffe mit Ziel Elektrozavodsk ist.
Laut eines Beschlusses der sowjetischen Regierung sollten sich neben Chernogorsk auch andere größtenteils unentwickelte Städte der Nordprovinz dem Zeitalter der Industrialisierung beugen. Den Preis für die Urbanisierung und Industrialisierung zahlten die Küstenregionen, die erhebliche Umweltschäden in Kauf nehmen mussten. Die ansässigen Dorfbewohner verloren ihre Wurzeln und waren gezwungen, ein urbanes Leben zu führen, oder wurden gleich ins nördliche Kolkhozs umgesiedelt. Diese Entwicklung spiegelt sich nicht nur in der rasch wachsenden Infrastruktur und den eintönigen Wohnblocks wider, sondern auch im architektonischen Geist eines sozialistischen Realismus. Das vorherrschende Bild in diesen Städten waren nicht die historischen Zentren, sondern die Industriegebiete, Kalkbrennereien und die Gebäude längst leer stehender Fabriken.
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